Myopiemanagement - jetzt an die Zukunft der Kinder denken!

 Eine Häufung von hochgradigen Kurzsichtigkeiten (Myopie) unter den jungen Menschen der Bevölkerung war noch vor etwa 2 Jahrzehnten vor allem in asiatischen Ländern eine auffällige Entwicklung. Mehr und mehr macht sich diese Phänomen nun aber auch im mitteleuropäischen Raum bemerkbar und somit wird auch hierzulande der Therapieansatz "Myopie-Management" zum Thema.
Befeuert wird diese Entwicklung unter anderem durch immer mehr Zeit die im Nahbereich vor Bildschirmen, und immer weniger Zeit, die im Freien unter natürlichen Lichtbedingungen und einem "entspannten" fernorientierten Sehbereich verbracht wird. Das Risiko in der Wachstumsphase in eine stetig zunehmende progressive Myopie zu geraten nimmt zu und damit auch die Gefahr von damit verbundenen augenmedizinischen Folgeschäden.
In den meisten Fällen gehen mittel- und hochgradige Myopien mit einem abnormen Längenwachstum des Augapfels einher. Statistisch nimmt somit signifikant das Risiko zu im Erwachsenenalter früher von myopischer Maculadegeneration, Netzhautablösung, Glaukom oder grauem Star betroffen zu sein. 
 
Wir nehmen dieses Thema sehr ernst und haben die Qualifikationen für die Versorgung mit speziellen Brillengläsern und Kontaktlinsen abgeschlossen. 
 
Folgende Faktoren begünstigen die Entstehung einer progressiven Kurzsichtigkeit:
 
- schon eine geringe Kurzsichtigkeit vor dem Schuleintrittsalter
- das Auftreten von mittel- und hochgradigen Kurzsichtigkeiten in der Eltern- und Großelterngeneration
- viel Zeit mit Naharbeit an Bildschirmen und Printmedien, kurze Arbeitsdistanzen
- zu wenig Zeit "an der frischen Luft" unter natürlichen Lichtbedingungen und mit vorwiegenden Sehanreizen in der Ferne
- Störungen im beidäugigen Sehens und bei der Naheinstellung
- ausgeprägtes Körperwachstum
 
Mit dem "Myopia Master" steht nun bei uns ein Messgerät zur Verfügung, das den Zusammenhang zwischen Kurzsichtigkeit und Längenwachstum des Auges sichtbar macht. Anhand von statistischen Wachstumskurven kann sehr genau zugeordnet werden, ob die die Längenveränderung des Augapfels im normalen Bereich einzuordnen ist, oder ob Maßnahmen zur Reduzierung des Längenwachstums zu ergreifen sind. 
 
Statistisch beginnen progressive Kurzsichtigkeiten häufig schon im 4. Lebensjahr und werden mit der Einschulung und damit einhergehender Steigerung der Naharbeitszeit beschleunigt.
Je früher man mit den speziellen Maßnahmen beginnt, um so besser sind die Aussichten das Augenlängenwachstum und damit den Anstieg der Kurzsichtigkeit zu verlangsamen.
 
 
Myopia Master + Kind
Die Messung am Myopia Master ist kontaktlos und braucht nur wenig Zeit. Die umfangreichen Mess- Analyseergebnisse werden dann in einem ausführlichen Report zusammengefasst.
 
Wie funktioniert es?
Im Inneren unseres Augapfels befindet sich ein Ringmuskel, in dem die Augenlinse zentrisch "eingehängt" ist. Stellen wir unser Sehen auf eine Nahdistanz ein, zieht sich dieser Ringmuskel zusammen, die Augenlinse kann runder werden und ermöglicht uns das Nahsehen (Nahakkomodation). Wollen wir in der Ferne scharf sehen, entspannt sich der Ringmuskel und die Augenlinse erfährt durch Streckung wieder ein flacheres Profil (Fernakkomodation). Bei der Nahakkomodation werden die mechanischen Kräfte auch auf die Außenhaut unseres Augapfels übertragen und dieser wird in der axialen Richtung etwas länger. Nun können Kinder sehr kurze Arbeitsabstände scharf stellen und vergrößern sich damit z. B. die wahrgenommene Größe eines Screens. Dies passiert heutzutage leider zu oft und zu lange und dadurch wird das Längenwachstum des Auges gefördert. Natürlich spielen auch die Exposition in einer natürlichen Farb- und Lichtumgebung eine Rolle. 
Spezielle Brillengläser und Kontaktlinsen generieren in der Peripherie des Blickfeldes nun einen sogenannten Defocus, also eine Abbildungsebene, welche die Nahakkomodation deutlich herabsetzt und somit auch die Zugkräfte auf den Augapfel reduziert. 
Dies ist ein Baustein bei der Verlangsamung der Kurzsichtigkeit. Weitere Puzzelteile zum Erfolg ist sind angepasster Umgang mit digitalen Medien bezüglich Nutzungsdauer und -abstand und viel Zeit im Freien mit fernorientierten Sehanreizen.
 Alle 6 Monate erfolgt eine Kontrollmessung mit dem Myopia-Master um den Verlauf des Längenwachstums zu dokumentieren. Im Idealfall sollte auch der behandelnde Augenarzt in regelmäßigen Abstand konsultiert werden. 
 
 
 
 
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